Lyssas Lounge
new old cast guestbook email linksLinks
Lyssas Lounge Lyssas Wunschliste

 
mindestenshaltbar.net

Blogtalk Reloaded

XML
2004-09-24 - 23:38 - Blogger Hochzeit I oder: Mach schnell, is schwer das Biest

Der erste Teil der durch Plakate groß angekündigten Blogger-Hochzeit hat tadellos geklappt. Selbst die aus der Ferne angereisten Verwandten fanden das Standesamt noch in letzter Minute, alle Beteiligten haben an der entscheidenden Stelle laut und deutlich Ja gesagt, Maximilian kann seinen neuen Namen schon fehlerfrei schreiben und auch das vergessene Handy hat erst gegen Ende der Zeremonie geklingelt.

Die Trauzeugin hat zwar in der Aufregung die Adreßfelder durcheinander gebracht (ich bitte Euch, seit wann gibt man erst die Stadt und dann die Straße an) und erntete dafür einen sehr kritischen Blick des Standesbeamten, aber die Prozedur war nie ernstlich in Gefahr. Einen weiteren kritischen Blick verdiente sich die Braut beim Tausch der Ringe, die übrigens sofort in die Obhut des Trauzeugen zurückgegeben werden mußten und erst nach der kirchlichen Trauung morgen dauerhaft am Finger bleiben dürfen.

Der Ring wollte nämlich nicht ohne erheblichen Kraftaufwand auf den Finger des Bräutigams rutschen, was die sehr praktisch veranlagte, weil ostwestfälische Braut zu folgendem hilfreichen Angebot veranlaßte: „Soll ich mal kurz anlecken?“ Das war dem Standesbeamten dann doch entschieden zu prosaisch, schließlich hatte er sich kurz zuvor noch zu einem Streifzug durch die Literaturgeschichte aufgeschwungen. In breitestem Hanseatisch wohlgemerkt, was sich nicht nur beim Wort „Schmedderlinge“ bemerkbar machte.

Aber schließlich saß der Ring, alle applaudierten gerührt und gingen höchst zufrieden zu Blumenwerfen und Brausetrinken über. Der Bräutigam dankte den Anwesenden auch im Namen seiner Frau, was sie dann gleich ebenso im Namen ihres Mannes tat. Wer die Hosen anhat, entscheidet sich bekanntlich erst beim Anschneiden der Hochzeitstorte.

MMHochzeit1.jpg

Zurück im ehelichen Heim zahlten sich die vielen Übungsstunden aus, denn Maximilian trug seine Herzdame unfallfrei über die Schwelle. Allerdings muß ich vorher zu lange mit der Kamera hantiert, bzw. die beiden so verzückt angestarrt haben, daß Maximilian sich genötigt sah mich verzweifelt anzufauchen: „Mach schnell, is schwer das Biest.“

MMHochzeit2a.jpg

Das frisch angetraute Biest nahm auch das mit der ihr eigenen Gelassenheit hin und ist immer noch fest entschlossen, morgen den kirchlichen Teil der Hochzeit folgen zu lassen (nicht zuletzt, weil es für eine Ostwestfälin undenkbar wäre, das teure Hochzeitskleid ungenutzt im Schrank vermodern zu lassen). Ich hoffe nur, daß auch dieser Teil ohne größere dramatische Zwischenfälle abläuft. Das gilt auch für die dämliche Trauzeugin, die mal wieder nicht in der Lage war, ihre Rede pünktlich vorzubereiten und jetzt angesichts des leeren Papiers und nicht minder leeren Hirns Blut und Wasser schwitzt, aber aus Gründen der Ablenkung lieber bloggt.

Dabei sollte es doch eigentlich reichen zu sagen: „Ich habe Euch beide wahnsinnig lieb, bin wirklich sehr dankbar Eure Trauzeugin sein zu dürfen, bin außerdem verdammt stolz auf Euch und gratuliere Euch von Herzen.“ Das ist nämlich die reine Wahrheit.

69 Zwischenrufe | 0 TrackBacks

zurück | vor

Schon gelesen?

2007-06-28 - In einem Taxi nach Paris Damaskus

2007-06-25 - Gruß aus Amman

2007-06-12 - Kumbayah mit Anfassen

2007-02-27 - Irmela Schwab und der Elektrakomplex

2007-01-08 - Mann zum Unter-die-Erde-Bringen gesucht