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Blogtalk Reloaded

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2004-10-04 - 15:18 - Wenn der Hirsch sich mit dem Panda paart

Ich bitte die Vernachlässigung meiner Lounge hier zu entschuldigen. Das Bloggen fiel für ein paar Tage der Arbeit zum Opfer. Aber ich war nicht die Einzige, die ganz offensichtlich viel zu tun hatte. Letzten Montag führte ich eines dieser beliebten Telefonate mit meiner Mutter, das mit dem Satz endete: „Wart mal, es klingelt an der Tür. Ich ruf dich gleich zurück.“

Wie üblich erfolgte der Rückruf erst am Samstag, dann dafür mit vorwurfsvollem Unterton: „Von dir hört man ja auch wochenlang nichts mehr. Ich muß schon Herrn Schulte anrufen, wenn ich wissen will, wie es dir geht.“ Kein Wunder also, daß sie bei so viel Chaos keine Zeit hat, sich um die läppischen Bekleidungsprobleme meines Vaters zu kümmern.

Der hatte nämlich einen Knopf verloren und zwar einen dieser, ähm, geschmackvollen Knöpfe mit waidmännischen Motiven, die gewöhnlich Jagd-Joppen aus filzartigem Stoff zieren. Meine Mutter erbarmte sich der Jacke, fand aber in der Eile keinen passenden Knopf im Haus. Natürlich hatte sie keinerlei Ambitionen, wegen so einer Lappalie in die Stadt zu rennen und einen passenden Knopf in einem Fachgeschäft zu erstehen.

Also wühlte sie noch ein wenig in der beachtlichen Knopfsammlung und fand schließlich einen alten Kinderjackenknopf mit einem Pandabären darauf. „Ein Pandabär ist auch ein wildes Tier“, dachte sich meine Mutter und nähte ihn auf die Jagdjoppe, ziemlich genau in die Mitte der Knopfleiste. Dann reichte sie die Jacke meinem Vater und wandte sich wieder den wirklich wichtigen Dingen des Lebens zu.

Der wiederum war gedanklich wohl grad mit der Lösung des Welthungerproblems oder ähnlich gravierenden Fragen beschäftigt, denn er hängte die Jacke einfach in den Schrank, ohne sie eines weiteren Blickes zu würdigen. Und so wie ich meinen Vater kenne, wird er sie auch bei nächster Gelegenheit anziehen, ohne vorher die Knöpfe zu inspizieren. Männer machen so etwas. Auffallen wird ihm der Pandabär vermutlich erst, wenn seine Jagdfreunde um ihn herum mit krebsroten Köpfen und von Lachkrämpfen geschüttelt über den Boden rutschen.

Es werden noch Wetten angenommen, ob meine Mutter vorher Mitleid zeigt oder ihn tatsächlich mit Panda aus dem Haus gehen läßt.

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