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Blogtalk Reloaded

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2004-12-07 - 23:30 - Peinlicher als Ms Jones & Co.

Heute ist definitiv wieder einer dieser Tage, an denen ich besser im Bett geblieben wäre, aber leider zu dumm war, das auch zu tun. Statt dessen stand ich nach einer schweißtreibenden Serie absurder Albträume (über die ich hier leider nicht schreiben kann, weil sonst die verehrte Kaltmamsell mein Blog nicht mehr liest) übermüdet auf und kippte meinen letzten Kaffee ohne Filter in die Maschine, um mich anschließend über die widerliche Krümelei zu ärgern.

Mit Tee statt Kaffee im Magen, was morgens nichts Gutes verheißt, stieg ich dann unter die Dusche. Wer schon mal richtig lange Haare hatte, weiß wieviel Arbeit die Pflege solcher Zotteln macht. Hier ein mildes Shampoo, da noch eine Spülung, dann ein Mittel für die zarten Spitzen und zum Schluß noch so ein Spray für bessere Kämmbarkeit, Glanz, langes Leben und ewige Jugend, oder was immer uns die Kosmetikindustrie aktuell verheißt. Und genau dieser Schlußpunkt war heute das Problem.

Es gibt da nämlich neuerdings auch eine Body Lotion zum Aufsprühen. Die erinnerte mich an Sprühsonnenmilch aus Kindertagen und mußte natürlich gleich ausprobiert werden. Ich dachte mir schon beim Kauf, daß so was nur unnötiges Verwechslungspotential birgt, war dann aber doch dämlich genug, die Sprühlotion genau neben die Sprühhaarpflege zu stellen. Die Fläschchen haben praktischerweise sogar dieselbe Größe. Den Rest könnt Ihr Euch denken.

Ich wunderte mich schon beim Aufsprühen aufs feuchte Haar über den ungewohnten Geruch und kurz darauf auch über den ungewohnt öligen Glanz. Aber da mein Hirn ohne Kaffee morgens nicht in Echtzeit mit meinem Körper kommuniziert, hatte ich mein Haupt schon gründlich eingeölt, bevor mir die Verwechslung so richtig bewußt wurde. Die anschließende Wiederholung der Dusch- und Haarpflegeprozedur hätte sicher nur halb so viel Zeit in Anspruch genommen, wenn ich nicht gerade die Sprühlotion für extra trockene Haut gewählt hätte.

Spätestens nach der Zweitdusche hätte ich wieder ins Bett gehen sollen, meinetwegen auch mit Laptop, aber ich wollte mich nicht so einfach geschlagen geben. Nein, ich mußte unbedingt noch ein paar Aufräumarbeiten erledigen und bei dieser Gelegenheit auch den schweren, emaillierten, von meiner Oma geerbten Bräter wieder auf den Dachboden bringen. Er gehört zu den Küchenutensilien, die man nur alle fünf Jahre mal braucht, etwa um einen halben Hirsch kleinzukriegen, und die ansonsten zur Aufbewahrung anderer Dinge dienen, über deren Wiederentdeckung man sich dann beim nächsten Hirsch freuen kann.

Der Hirsch war aber längst tot, das tonnenschwere Gerät nahm unnötig Platz in der Küche weg und wurde außerdem als Wohnort für verstreuten Kleinkram gebraucht. Ich schleppte ihn also vier Stockwerke hoch zum Dachboden und ließ ihn mir erst in der Sekunde, als ich schon aufatmen wollte, auf den rechten Zeigefinger fallen. Der Schmerzpegel erreichte blitzschnell ungeahnte Dimensionen, und während ich hüpfend neue Flüche erfand, konnte ich zugucken, wie die Schwellung allmählich über den lila anlaufenden Fingernagel wucherte. Das war der Punkt, an dem ich mich geschlagen gab.

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