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2005-10-18 - 14:42 - Auch ne Form von Stadtrundfahrt

Die Stadt hat mein Auto auf dem Kieker und macht gemeinsame Sache mit den Wasserwerken. Doch, ganz bestimmt. Und die Abschleppunternehmer mischen auch kräftig mit bei diesem fiesen Komplott zur endgültigen Zersetzung meines angenagten Nervenkostüms. Langzeitleser werden sich vielleicht erinnern: Ich wurde bereits vor einigen Monaten abgeschleppt, weil ich einem Wasserschaden im Weg war. Diese Aktion entpuppte sich als harmloser Probelauf, von dem ich nicht einmal etwas mitbekommen hatte.

Samstag ging man dann zum Ernstfall über und schleppte erneut wegen eines Wasserschadens ab (so marode kann das hier doch alles gar nicht sein, das ist eine heimtückische Verschwörung). Dieses Mal hatten sie das Umparken allerdings so gründlich erledigt, daß ich Sonntag mit Reisetasche in der einen und Hundeleine in der anderen Hand verzweifelt durchs Viertel irrte und ernsthaft an meinem Verstand zweifeln wollte. Schließlich rief ich die Polizei, ließ mich über die Maßnahme informieren und fuhr mit dem Taxi zum neuen Parkplatz meines Wagens. Ich zahlte, stieg aus und sah ... nichts. Zumindest nichts, was meiner alten, verbeulten Kiste ähnelte. Dafür zwei Umzugswagen und ein dickes Halteverbotsschild.

Noch mehr Umherirren, während ich den Hund mühsam davon abhalten mußte den Blumentopf neben dem Umzugswagen anzupinkeln, und noch ein frustrierter Anruf bei der Polizei ergab dann, daß der Abschleppunternehmer nicht ganz bei Sinnen gewesen sein kann, als er mein Auto in einer Ecke vom Haken ließ, die wegen eines Umzugs für Sonntag in eine Halteverbotszone verwandelt worden war. Prompt durfte nämlich sein Kollege von der Sonntagsschicht knapp 20 Stunden später noch mal anrücken, um mich erneut abzuschleppen. Und weil man jetzt offensichtlich kein Risiko mehr eingehen wollte mit dem widerspenstigen Vehikel, hat man das Auto der Einfachheit halber gleich zum Verwahrplatz am anderen Ende der Stadt geschleppt.

Wenn irgendwo ein städtischer Entscheidungsträger der Ansicht ist, ich müßte gelegentlich mehr von meiner schönen Wahlheimat sehen und nicht immer nur am Schreibtisch sitzen, will ich ja gar nicht widersprechen. Aber hätte es da nicht auch ein Ticket für eine reguläre Stadtrundfahrt getan? Selbst ein opulenter Picknickkorb als Dreingabe wäre noch billiger gewesen als eine derartige Schnitzeljagd. Ich bitte das vor dem nächsten Manöver dieser Art zu berücksichtigen. Danke.

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