Ein gewisser Tom Crouse, von Berufung Pastor der Holland Congregational Church und Radiobibelverkünder, will den vom Aussterben bedrohten Lebensstil der Heterosexuellen vor dem politisch korrekten Überdruck all der geschniegelten Metrosexuellen und sündhaften Schwulen retten (via GoodAsYou). Zu diesem Zweck bittet er die letzten noch verbliebenen männlichen Hetero-Prachtexemplare am 4. Februar zum Wettkampf um den Titel des „Mr. Hetero“ auf die Bühne. Zwischen gesellschaftlich wertvollen und natürlich überaus männlichen Disziplinen wie dem Zerreißen von Frauenmagazinen und Kurzvorträgen über den vielfältigen Einsatz von Klebeband wird ein Ex-Schwuler in bewegenden Worten berichten, wie er dank der Hilfe von Jesus seiner Verderbtheit entsagen und den Fängen der gleichgeschlechtlichen Sünde endgültig entkommen konnte. Kurz, wie er zurück an die Mutterbrust fand.
Tom Crouse selbst ist zwar kein Ex-Schwuler, aber auch er hat ein bewegtes und nicht immer gottgefälliges Leben hinter sich. Laut eigener Aussage hat er badewannenweise Schnaps gesoffen, reichlich Geld verzockt, sich gründlich die Nasenschleimhäute gepudert, schwere Jungs beim Wrestling fernsehtauglich auf die Matte geschickt und zum Beweis seiner Männlichkeit Glas gegessen. Er versteht also wirklich etwas von heterosexuellen Idealen und dürfte damit der ideale Organisator einer solch unterhaltsamen Veranstaltung sein.
Leider spricht er kein Deutsch, sonst würde ich ihn sofort bitten, ein ähnliches Event für die Blogosphäre hier zu organisieren (ich leide immer noch zu sehr unter den Nachwirkungen des PussyProsaPreises, um dieses ehrenwerte Vorhaben sofort und mit dem nötigen Verständnis für Heterosexuelle anzugehen). Es dürfte allerdings schwer werden, Ex-Schwule mit übergroßem Bekenntnisdrang aufzutreiben. An möglichen Wettkampfdisziplinen würde es jedoch nicht mangeln. Kandidaten könnten sich in der virtuellen Arena mit hochrangigen Vertretern der Blogosphäre messen, z.B. Wettpöbeln mit Herrn Wirres, kleckerfreies Döneressen mit Herrn Lumma oder stilvolles Holsten-aus-der-Dose-Trinken mit Mr. Wetten-dass-MC-Winkel.
Dann gäbe es da für die Feingeister noch eine Runde Schaulaufen im weißen Anzug gegen Herrn Sebas oder Minnesang mit Merlix. Und die geistige Strahlkraft muß in der Königsdisziplin Sportfachsimpeln unter den kritischen Augen von Herrn dogfood unter Beweis gestellt werden. Statt Frauenzeitschriftenzerreißen käme vielleicht Frauen-von-der-Blogroll-Werfen in Betracht und statt über Klebeband darf über RSS referiert werden. Ja, ich glaube, das hat Potential.
(Und nein, ich habe nicht zuviel getrunken vorgestern. Das ist genetisch bedingt.)

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