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Blogtalk Reloaded

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2006-01-27 - 10:58 - DLD 06 - Boytoys, Business und Synchronschwimmen

Mit reichlich Verspätung auch von mir noch ein paar Worte zum Digital Lifestyle Day 06. Zuerst vielen Dank an die Organisatoren für das große Ganze und die vielen liebevollen Details, für den erstaunlich reibungslosen Ablauf, die gute Betreuung, das Lächeln auch in der größten Hektik, die vielen interessanten Gäste und spannenden neuen Kontakte. Wenn ich mir etwas Organisatorisches fürs nächste Jahr wünschen darf, neben den schon in vielen anderen Blogs erwähnten Steckdosen, dann wären das Warnhinweise auf den teuflisch leckren Maitais und weniger Fatboys. Auf den Knautschkissen schläft man nämlich viel zu schnell ein, und ich habe außerdem noch keine Taktik entwickelt, wie man als Rockträgerin wieder aufsteht, ohne den illustren Gästen die Unterwäsche zu präsentieren.

Inhaltlich würde ich mir mehr soziale und kulturelle Themen wünschen. Natürlich sind technische Gadgets sehr spannend (wenn ich mehr Geld hätte, würde ich ein halbes Elektrokaufhaus mit mir herumschleppen) und Asimo ist ein eindrucksvoller Gast. Und natürlich ist es interessant zu hören, womit sich alles Geld verdienen läßt und daß man inzwischen Internet und Wirtschaft wieder in einem Satz erwähnen kann, ohne daß sich die Zuhörer kreidebleich röchelnd an die Kehle fassen. Aber das sind nur einige Aspekte des digitalen Lebens. Mir zumindest ist die Schnittstelle zwischen Mensch und Technologie viel wichtiger. Wie verändern neue Technologien unser Leben, unsere Kommunikation, unsere Gesellschaft? Wie läßt sich das für positive Veränderung unserer Lebensumstände nutzen? Was bedeutet das für die Politik? Für die Kultur und die Medien? Was kann man tun, damit nicht die Hälfte der Welt auf der Strecke bleibt usw. Ein paar Frauen mehr auf dem Podium wären übrigens auch eine nette Abwechslung zu dem Nadelstreifeneinerlei gewesen. Es ist ja heute doch nicht mehr so, daß sich nur Männer für Technologie interessieren und nur Männer erfolgreich Firmen führen.

Sehr bedauerlich, aber nun wirklich nicht dem Einfluß der Organisatoren unterworfen, daß die Welt erst am Folgetag von der künftigen Kooperation zwischen Google und der chinesischen Regierung erfuhr. Das hätte die ohnehin sehr unterhaltsame Runde auf dem Podium sicherlich noch befeuert. So aber wurde die Blockadehaltung Googles gegenüber dem unstillbaren Informationsbedürfnis der amerikanischen Regierung über den grünen Klee gelobt und die Probleme, die ein Fastmonopol im Suchmaschinenbereich mit sich bringen kann, in heiteren Nebenbemerkungen erledigt. Dabei ist es ja nun nicht so, als würde Google nur in China den Wünschen der Regierung entsprechen und im Rest der Welt die leicht zerfledderte Flagge der Informationsfreiheit mariannengleich hochhalten.

In Deutschland z.B. setzt man die zum Teil ziemlich unverständlichen Entscheidungen der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien um und entfernt unerwünschte Seiten aus den Suchergebnissen. Die Seiten verschwinden dadurch natürlich nicht aus dem Netz, werden aber eben nicht mehr bei der Suche angezeigt, sofern man die deutsche Variante von Google benutzt. (Leider konnte ich noch nicht herausfinden, ob Google dazu wirklich rechtlich verpflichtet ist oder ob das aufgrund einer freiwilligen Selbstregulierungsinitiative der Suchmaschinenanbieter erfolgt. Weiß das zufällig jemand?)

Dieses Schicksal ereilte unter anderem das „Body Modification Ezine“, das neben allerhand Bildmaterial auch wichtige Informationen bereithält, die man Jugendlichen mit Selbstverzierungstrieb gar nicht häufig genug vor Augen führen kann. Die von der Prüfstelle beanstandeten Bilder, die zum Teil auch nur den aktuellen Genitalschmuckstand westlicher Industrienationen wiedergeben, also nichts zeigen, was man nicht auch bei jugendfreien Saunabesuchen zu Gesicht bekommen würde, sind anders als die Informationen übrigens in einem separaten Mitgliederbereich versteckt, also nicht einfach so Jugendlichen zugänglich.

Aber zurück zum DLD, der wie auch schon Les Blogs gezeigt hat, daß Wohl und Wehe einer Podiumsdiskussion stark von ihrem Moderator abhängt. Diskussionsmoderation bedeutet eben mehr als nur freundlich zu lächeln und jeden Teilnehmer mit drei Infohäppchen vorzustellen. Gelegentlich fand daher leider mehr Produktpräsentation als Diskussion statt. Ich bin sehr gespannt, wie wir das bei der Blogtalk im Oktober lösen. Vielleicht kann man den fantastischen David Kirkpatrick von Fortune komplett buchen und einfach jedes Mal auf die Bühne schicken.

Mr. Kirkpatrick war übrigens auch einer der vielen Menschen, mit denen ich mich im Laufe der zwei Tage in München sehr angeregt unterhalten habe. Am liebsten würde ich alle aufzählen und mich bei jedem Einzelnen bedanken, aber dann würde dieser Blogeintrag Längenrekorde brechen und als schlimmstes Namedropping in die Bloggeschichte eingehen. Daher an dieser Stelle einfach noch mal vielen Dank den Organisatoren und Teilnehmern. Ich freue mich schon aufs nächste Jahr!


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Die heimlichen Stars, Aibo und Asimo.

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Chairman’s Lunch am Dienstag. Zur Blogtalk übernimmt das Kochen freundlicherweise Dieter Rappold (und ich habe Zeugen für diese Aussage, ha).

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Zuerst paddelten die Profis mit den Nasenklammern bei der Party über den Dächern Münchens im Pool, dann sprangen Dan Dubno und Anina für den guten Zweck hinterher.

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