Die Lesung in München hat wirklich sehr viel Spaß gemacht. Vielen Dank an Organisatorin und Mitleser, an den hervorragenden Service in der Reizbar und natürlich an das uns wohlgesonnene und überaus amüsierwillige Publikum. Vielen, vielen Dank auch an meine wunderbare Gastgeberin, die mich rund um die Uhr hervorragend versorgt hat und mir mit einem Ausflug ins essneun völlig neue Geschmacksdimensionen eröffnet hat. Ich kann immer noch nicht ganz verstehen, warum mein Gaumen nicht einfach explodiert ist.
Ansonsten bleibt mir München fremd. Die Menschen gehen hier furchtbar früh ins Bett und klappen auf dem Heimweg die Bürgersteige hoch. Die Stadt wirkt auch tagsüber sehr aufgeräumt, hat aber definitiv ein Hundekotproblem. Vermutlich hat Udo Nagel das komplette Sortiment Münchner Shit-Sheriffs bei seinem Umzug nach Hamburg mitgenommen.
Der neueste Herrenmodentrend scheint pinkfarbene Schals vorzuschreiben. Beim Kaffeetrinken am Donnerstag sind mir in weniger als einer Stunde vier ansonsten sehr verschieden gekleidete Herren mit pinkfarbenem Schal begegnet. Selbst unter dem weitschwingenden Lodenmantel eines älteren Herrn verbarg sich dieses auffällige Accessoire. Ich bezweifle allerdings sehr, daß sich dieser Trend auch unter Hanseaten durchsetzen wird.

Ja, es ist kalt in München, aber die Münchner Gastwirte scheint das nicht zu interessieren, sonst würden sie die Damentoiletten beheizen. In einem Kühlhaus dürfte es wärmer sein als in den meisten besuchten Toiletten. Wahrscheinlich ist das ein Trick, um den Absatz von Heißgetränken zu erhöhen. Oder aber das verfrühte Abstellen der Heizung ist ein besonderes Ritual der Eingeborenen, um den Frühling zu beschwören. Ich komme auf jeden Fall erst zurück, wenn es wärmer geworden ist.
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