
Als ich Samstag morgen feststellen mußte, daß der Frühling inzwischen selbst die Großbaustelle gegenüber erreicht hat, war mir klar, daß ich nicht länger in der Wohnung hocken und mit mir selbst hadern konnte. Frühjahrsputz wäre zwar durchaus sinnvoll und saisonal angemessen gewesen, erschien mir aber wenig förderlich fürs schwere Gemüt. Dann doch lieber trotz vereinzelter Regengüsse draußen mit dem Hund nach weiteren Anzeichen für den Frühling suchen. Und zwar ausnahmsweise nicht in Schwarz, sondern zur Feier des Tages in, erschrecken Sie nicht, Krokuslila und mit fröhlich geblümten Gummistiefeln.
Merlix bot sich als wetterfester Begleiter an, weigerte sich aber, die feuchten Wiesen zu betreten. Ich dachte, er hätte Angst um das feine Schuhwerk, aber er wollte nur unbehelligt den x-fach Zoom seiner neuen Kamera ausprobieren. Und weil ich nichts davon bemerkte, konnte ich nicht mal heftig protestieren und Fotoverbote aussprechen. Dafür weiß ich jetzt, daß ich wirklich große Schritte mache und die Beschwerden gelegentlicher Mitläufer nicht völlig unbegründet sind.



Später bin ich dann doch schwach geworden und habe meine zwei Lieblingshändler für garantiert stimmungsaufhellende Luxusgüter besucht. Meine Impulskontrolle ist jämmerlich. Dafür leuchten die neuen feuerroten Handschuhe von Roeckl garantiert auch an den verregnetsten Tagen und vielleicht können diese Strümpfe den hormonellen Frühling einläuten. Die nächsten Kontoauszüge lasse ich einfach vom Regen wegspülen.
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