Merlix und ich haben uns auch nach sechs Jahren inniger Freundschaft sehr, sehr viel zu sagen. Wenn wir uns treffen, notiert er sich gerne vorher einige Stichpunkte auf einem kleinen Zettel, damit er nicht vergißt, was er alles erzählen wollte (ich kann mir das auch so merken, tendiere dafür eher zu Sprunghaftigkeit in der Konversation, während er akribisch seine Gesprächsnotizen abarbeitet, aber was kann man anderes erwarten von einem Mann, der jeden Dienstag Suppe kocht, jeden Mittwoch Auflauf usw.).
Als er heute nachmittag kurz zum Kaffee vorbeikam, zog er prompt einen seiner berüchtigten Schmierzettel aus der Hosentasche, setzte an, sagte laut und deutlich „Majoran“, murmelte dann „verdammt, falscher Zettel“ und kramte in der anderen Hosentasche. Dort fand sich dann der Lyssenwisch und wurde plangemäß besprochen. Bis auf den letzten Punkt, aus dem keiner von uns beiden so recht schlau wurde: „Zucker, pardon“. Ich habe ihm vorsichtshalber ein Pfund Zucker mitgegeben, nur für den Fall, daß die Herzdame angekündigt hatte, ohne Zucker mitzubringen gäbe es kein Pardon heute nacht.
Ausgerechnet von diesem Mann mußte ich mich übrigens kürzlich nachts um halb vier fragen lassen: „Glaubst du dir eigentlich selbst, wenn du behauptest, du seist völlig normal?“
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