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Blogtalk Reloaded

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2006-05-12 - 23:53 - John Travolta 2.0, die Leggings-Brigade und das I/O Magazine

Ich wollte mich heute eigentlich etwas Ernsterem widmen, aber das muß noch ein oder zwei Tage aufgeschoben worden, denn ich bin heute zu angeschlagen für ernste Betrachtungen. Die Party von SinnerSchrader anläßlich der next10years war zwar nicht furchtbar alkoholgeschwängert, aber lang, ziemlich ausgelassen und einigermaßen tanzbar. Letzteres war nicht die beste meiner Ideen, denn der Muskelkater, den ich dank der freundlichen Sadisten bei Kieser seit gestern morgen mit mir herumtrage, hat sich über Nacht virusartig von Schultern und Rücken auf Bauch und Hüften ausgeweitet. Genaugenommen war das Tanzen eh keine Idee von mir, sondern ich habe mich von der unwiderstehlichen Schwadroneuse auf die Tanzfläche zerren lassen (und später dann prompt geträumt, ich würde ihr einen Heiratsantrag machen - der Wecker hat mir einen Korb erspart). Am Verlassen der Tanzfläche wurden wir übrigens von einem Herrn im weißen Anzug gehindert, den ich bislang nur als sehr zurückhaltend kannte, der aber künftig nur noch als der „John Travolta 2.0“ bezeichnet werden wird.

Weitere sachliche Details zu dem gestrigen Tag verkneife ich mir, denn es wurde bereits reichlich berichtet. Danken muß ich allerdings Martin Recke, der zu später Stunde die Küche auf den Kopf stellte, um noch etwas zu essen für mich aufzutreiben und der dann wie ein Bodyguard hinter mir stehenblieb, um aufzupassen, daß die hungrigen Männer um mich herum nicht über meinen Teller herfallen. Außerdem kann ich heute schon erfreut verkünden, daß ich demnächst mit dem berüchtigten Herrn Knüwer zusammenziehen werde. Nein, nicht so in Blogform, sondern ganz in echt und in Farbe. Tja, da staunt selbst der Fachmann, muß sich aber bis Montag gedulden, was Details betrifft. Und schließlich möchte ich inständig darum bitten, mich künftig zur Not mit Gewalt von Unfug abzuhalten, wenn Menschen mit Videokameras in der Nähe sind.

Besonders sehenswert, und jetzt kommen wir zu den unsachlichen Details, waren gestern abend wie so oft einige der Partyteilnehmer. Zwischen all die korrekten Manageroutfits hatten sich vereinzelt wieder Turnschuhe unter die Nadelstreifen geschlichen und man hätte glatt meinen können, das sei eine 1998-Revival-Party. Einige der weiblichen Teilnehmer ließen allerdings eher auf ein 80er-Revival oder gleich auf eine Bad-Taste-Party schließen. Ich hatte nächtelang gebetet, dieser unsägliche „Hollywood gräbt die Leggings wieder aus“-Trend würde die Alte Welt verschonen, aber meine Gebete wurden nicht erhört. Ich werde mich künftig regelmäßig in den Schlaf weinen müssen. Mir ist nämlich leider völlig egal, was die Vogue zu diesem Thema sagt. Leggings sind niemals „sophisticated“, sie verströmen auch mit den teuersten Pumps keinen „edlen Touch“. Wenn sie außer Körpergeruch überhaupt etwas verströmen, dann einen Touch von „Aldi in Gelsenkirchen Samstag morgen um zehn anne Fleischtheke“. Sie sind und bleiben ein gefährlicher Angriff auf Seh- und Geschmacksnerv, der dringend strafrechtlich geahndet werden sollte.

Laut Herrn Hebig sind die Berliner übrigens wieder mal Vorreiter in Sachen Geschmacksverirrungsadaption. Wer sich davon überzeugen möchte, sollte einfach mal eine Tour durchs nächtliche Berlin machen und anschließend unbedingt bei der Release-Party vom I/O Magazine vorbeischauen. Die Veranstalter haben nämlich hübsch anzusehende Gäste versprochen. Das I/O Magazine wird von Studenten der TFH Berlin im Rahmen eines Studienprojekts herausgegeben. Jede Ausgabe hat ein bestimmtes Thema, zu dem sich dann kreative Köpfe möglichst variantenreich auslassen dürfen. Das Thema der ersten Ausgabe, die jetzt gefeiert wird, ist „See it again for the first time“. Ich durfte auch eine kurze Geschichte beisteuern, die zu schreiben mir nicht leicht gefallen ist. Aber deswegen will ich das Heft gar nicht wärmstens empfehlen, sondern wegen der zum Teil wirklich umwerfenden visuellen Umsetzung des Themas. Und weil es insgesamt sehr aufwendig und unglaublich liebevoll gemacht ist. Mehr davon, bitte.

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