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Blogtalk Reloaded

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2006-07-07 - 23:36 - Sweet home Alabama Wattenscheid

Die Blogger und Medienbeobachter unter Euch haben es längst mitbekommen, aber der Vollständigkeit halber möchte ich trotzdem auch hier endlich erwähnen, daß die Tage der Tigerpuschen-Freiberuflichkeit gezählt sind (die Tage der WM übrigens auch, so daß hier ab nächster Woche endlich wieder mit erhöhter Textfrequenz gerechnet werden darf - sowie mit einem wiederhergestellten Archiv). Und nicht nur das, auch der rauhe Seewind wird mir künftig deutlich seltener um die Nase wehen, denn die Nase wird mit dem Rest von mir zurück in den Ruhrpott ziehen.

Ich werde Online-Chefredakteurin eines derzeit „WestEins“ arbeitsbetitelten Portals der WAZ Mediengruppe, das künftig vier Zeitungen aus der Region umfassen wird: die WAZ, die NRZ, die WR und die WP. Allein das ist eine echte Revolution, schließlich machen sich die Titel in einigen Regionen Konkurrenz (Details gibt es unter anderem hier, hier, hier und hier). Ich fange zum 1.8., also verdammt bald schon, in Essen an, doch bis das neue Portal Premiere hat, werden noch etliche Monate vergehen. Und ja, natürlich kann ich das nicht von meinem gemütlichen Hamburger Heimbüro aus machen. Ich pendle bereits jetzt so häufig nach Essen, daß es eine wirkliche Erleichterung sein wird, nicht vor jedem Treffen erst vier Stunden in einem Zug zu verbringen. Die Bahn wird mich als guten Kunden trotzdem nicht verlieren, denn ich gedenke, der alten Heimat Hamburg und meiner Wohnung dort regelmäßige Wochenendbesuche abzustatten.

Allerdings fehlt mir zwischen WM in Berlin und den tränenreichen letzten Tagen in Hamburg die Zeit, im Ruhrpott auf Wohnungssuche zu gehen. Ganz abgesehen davon, daß auch meine Gesundheit noch längst nicht wieder hergestellt ist. Also habe ich das freundliche Angebot meiner Eltern angenommen, zunächst mein altes Kinderzimmer zu bewohnen (wenn man mir das vor zwei Jahren erzählt hätte ...) und den Hund tagsüber in die Obhut meiner Mutter zu geben. So kann ich mich erst mal in der neuen Arbeitsstelle einrichten und mir dann Gedanken über die private Situation machen. Angesichts des Bergs an Arbeit, der sich schon jetzt vor mir auftürmt, dürfte ich von einer Wohnung in den ersten Monaten ohnehin nicht viel zu sehen bekommen. Statt dessen könnte sich die Anschaffung einer Büroluftmatratze lohnen.

Meine Mutter genießt diese ganze Entwicklung viel zu sehr. Dienstag vormittag rief sie bei mir an, und ich konnte schon am Tonfall erkennen, daß sie sich höllisch gut amüsierte.

Mutter: „Du bloggst ja jetzt schon ziemlich lange.“
Lyssa: „Ja.“
Mutter: „Und du bloggst ja auch ziemlich häufig über deine dich liebende Familie, insbesondere über deine fürsorgliche Mutter.“
Lyssa mißtrauisch: „Und?“
Mutter genüßlich: „Ich wollte nur mal so anmerken, daß ich dabei ja oft nicht so besonders gut wegkomme. Das gilt auch für deine Kolumnen in der Sonntags-FAZ.“
Lyssa in höchster Alarmbereitschaft: „Worauf willst du hinaus?“
Mutter: „Ach, nichts weiter. Die WAZ hat nur grad bei mir angerufen. Sie wollen ein Interview mit mir machen über deine Kindheit und so. Und ich soll ruhig ein paar Kinderbilder mitbringen. Ich würde sagen: Payback time, liebste Tochter.“

Dann legt sie höchst zufrieden mit ihrem Tagwerk auf. Eine Antwort wartet sie gar nicht erst ab. Sie hat ja auch genug zu tun mit dem Sichten der Kinderbilder.

Nachtrag: Das Blog bleibt von meinen beruflichen Veränderungen unberührt. Mir kann durchaus mal die Zeit für neue Einträge fehlen, aber vom Prinzip her soll sich nichts ändern. Das hier ist und bleibt eine unterhaltsame Privatveranstaltung. Man wird sehen, inwiefern mir das wirklich gelingt. Ich gebe nämlich zu, daß es sich sonderbar anfühlt, plötzlich unter verschärfter Beobachtung eines halben Konzerns zu stehen. Als ich kürzlich die gesamten Chefredakteure kennenlernte und mich Herr Schrotthofer sehr interessiert auf Lyssas Lounge ansprach („die Texte sind also wirklich alle von Ihnen?“), verfiel ich kurz in hektische Grübelei. Was war eigentlich der letzte Eintrag? Das halbnackte Spontanbad im Grunewaldsee oder unsere Zuhälternachbarn?

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