Die FAZ berichtete gestern in einer kleinen Randnotiz, daß Passanten, die auf dem Trafalgar Square Tauben füttern, seit Montag zur Kasse gebeten werden. Die Strafe für lebenserhaltende Maßnahmen an den fliegenden Dreckschleudern beträgt umgerechnet 75 Euro. Meiner Meinung nach ein Minimalbetrag. Sie könnten die Taubenfütterer auch zu Reinigungsdiensten verurteilen oder direkt einsperren - in einen Taubenschlag natürlich (deutsche Touristen müßten alternativ ein Jahr lang an den monatlichen Sitzungen eines Taubenzüchtervereins aus dem Ruhrpott teilnehmen).
Der Clou an der Aktion ist aber, daß der Londoner Bürgermeister auch eigens abgerichtete Falken auf die Tauben hetzen will. Eine naheliegende Idee auf der jagdfreudigen Insel, aber eine mit erheblichem Gefahrenpotential, ganz abgesehen von den Herzinfarkten, die eine erfolgreiche Jagd bei den umstehenden Rentnern, der Hauptfraktion der Fütterer, auslösen dürfte.
Man hat etwas Ähnliches nämlich mal in Wattenscheid ausprobiert, um der Kaninchenplage in einem kleinen und bei der Bevölkerung sehr beliebten Waldstück endlich Herr zu werden. Immerhin birgt die Falkenjagd weniger Gefahren für die Menschen als eine muntere Treibjagd mit voller Besetzung. Also bemühte man einen professionellen Falkner und dessen geschulten Vogel.
Soweit die Theorie, in der Praxis erwies sich der Vogel als erschreckend kurzsichtig. Er kam, sah und schnappte sich bei erster Gelegenheit den mit einem rosa Schleifchen verzierten Chihuahua einer ahnungslosen Spaziergängerin. Als er den falschen Hasen samt Leine dem Falkner präsentierte, war bereits alles zu spät. Der Hund war tot, sein Frauchen kurz davor und die Falkenjagd im Wäldchen auf allezeit absolut mausetot.
Vorsicht, Werbung: Die neue Kolumne ist online, nicht ganz so blutig wie der heutige Eintrag.
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