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2003-02-15 - 19:22 - Hamburg sucht den Supertrommler

Meine Nachbarn haben ein lustiges neues Spiel erfunden. Das Baby unter mir ist nämlich mit nunmehr acht Monaten in der Lage, die dicken kleinen Beinchen recht kräftig auf den Fußboden zu trommeln. Von sich und seiner Leistung restlos begeistert, fängt es dann an zu krähen und verstärkt die Bemühungen zur rhythmischen Geräuschentwicklung noch.

Das aber stört die berüchtigte DJane im Keller ganz gewaltig. Die Frau ist extrem lärmempfindlich, zumindest solange sie den Lärm nicht selbst erzeugt. Und auch rhythmisches Getrommel mitten am Tag ist ihr nur dann genehm, wenn es von ihrem Plattenteller kommt.

Also schnappt sie sich einen Besenstiel oder ähnliches Gerät und klopft wutentbrannt zurück gegen die Decke, sobald das Baby mit den Beinchen wackelt. Das wiederum versteht der Kleine ganz offensichtlich als Aufforderung zum Spiel und trommelt quiekend zurück, als gäbe es dafür einen Plattenvertrag bei BMG zu gewinnen. Der dadurch entstehende Klangteppich ist wirklich verblüffend ...

Aber ich kann wirklich nicht nur über meine Nachbarn jammern. Gestern abend habe ich mir stehend, also aus nicht geringer Höhe, die Fernbedienung auf den großen Zeh fallen lassen. Und da ich eines dieser alten, schweren und unhandlichen Teile habe, landete es mit erschreckend viel Wucht auf meinem zarten Frauenzeh.

Der Schmerz war jedenfalls unglaublich, und ich konnte weder einen Schrei noch anschließende, gänzlich undamenhafte Fluchorgien unterdrücken. Dabei hüpfte ich auf dem anderen Bein durchs Wohnzimmer und stieß zu allem Überfluß noch gegen den verdammten Tisch. Noch mehr Gepolter, noch üblere Flüche.

Meine besorgten Nachbarn unter mir fürchteten offensichtlich, ich sei gestürzt und würde mich in finalen Zuckungen winden. Also riefen sie an und sprachen auf meinen Anrufbeantworter: "Hallo? Ist dir was passiert? Bist du gestürzt? Brauchst du Hilfe? Einen Krankenwagen? Wenn ja, dann schrei einfach und trommel auf den Fußboden, wir holen dann sofort einen Arzt."

Irgendwie doch beruhigend, daß ich hier im Normalfall zumindest nicht tot umfallen und unbemerkt vermodern kann. Wider Erwarten muß nicht mal der Zeh amputiert werden (hey, es tat wirklich weh). Statt dessen nimmt bloß der Nagel allmählich einen dunkelblutroten Farbton an, was nicht wirklich dramatisch ist, denn dazu habe ich immerhin den passenden Nagellack. Man muß eben die guten Seiten sehen ;-)

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