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Blogtalk Reloaded

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2006-10-16 - 23:56 - Lebenszeichen

„Läities and Schentelmänn, in a few minits wiwill arrrreif at Osnabrück zentrral schtaschön. Next stop Osnabrück zentrral schtaschön. Kkkkrrrrrk. Ey Klaus, muß ich dat ganze Zeuch mitte Anschlußzüge auch noch auf Englisch machen? Da happich abba keine Zettel für. Wie heißten Anschlußzuch auf Englisch?“

Ich sitze im Zug von Hamburg nach Bochum, wieder mal. Dieses Mal nehme ich mir aber nicht nur vor zu bloggen, sondern ich werde es endlich auch tun. Die lange Blogpause war vor allem meinem beachtlichen Arbeitspensum geschuldet, das dafür sorgt, daß ich spät abends mit Mühe und Not noch ein Auto gen Wattenscheid lenken und mir mit letzter Kraft die Zähne putzen kann, aber leider keine zusammenhängenden Sätze mehr zu Papier bringe. Zumindest keine, deren Sinn sich mir nach dem ersten Kaffee am nächsten Morgen noch erschließen würde.

Aber ich muß auch zugeben, daß die verstärkte Beobachtung, unter der dieser kleine Online-Ausschnitt meines Lebens in den letzten Wochen stand, meiner Kreativität nicht eben gut getan hat. Es ist doch reichlich spaßmindernd, wenn sich Hobby-Analytiker diverser ideologischer Schulen begierig auf jeden Satz stürzen, um sogleich zu schreien „seht her, sie hat nicht über das Liebesleben der brunftigen Rotschwanzeichhörnchen geschrieben, sie hat sich in vorauseilendem Gehorsam einen Maulkorb verpaßt“ oder „oh nein, wie sollen ihre Chefredakteurskollegen sie ernst nehmen, wenn sie schon wieder so olle Bahnkamellen schreibt, Bahngeschichten sind doch kein seriöser Journalismus“ und gerne auch „da, noch ne Bahngeschichte, da sieht man doch deutlich, daß die bei der WAZ nicht ernst genommen wird, sonst müßte sie nicht immer mit der Bahn fahren, sondern dürfte fliegen.“

Da helfen dann irgendwann nicht mal mehr die Tigerpuschen und tafelweise Schokolade. Da hilft nur Abstinenz und sehr viel Arbeit mit Menschen, deren Realitätsbezug auf nicht ganz so wackeligen Füßen steht und die nicht ihr komplettes Wissen über meine Person aus einigen sehr selektiv konsumierten Blogeinträgen beziehen. Doch inzwischen fehlt mir das hier alles. Das Schreiben, die Tigerpuschen, der Irrsinn ... und Ihr. Deshalb werde ich das ganze Hintergrundrauschen künftig einfach wieder ignorieren und zum Blogalltag übergehen. Morgen. Ganz bestimmt. Denn jetzt:

„Next stop Bochum zentrral schtaschön. Juu will not kätsch any assa trains here because wii are ... yet again … fucking late. Juu känn only hope sssat you masssa come and pick juu up. Good night!”

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